Mit 'Zusammenleben' getaggte Einträge

Über die Angst der Volkspartei vor der Mehrsprachigkeit

… schreibt Georg Mair im Leitartikel der letzten ffDer Kleinmut der SVP [download im PDF Format]
Der Beitrag beleuchtetet eine Facette der ethnischen Sackgasse, aus der die SVP partout nicht herauszufinden vermag.

Was unterscheidet den sozialen Flügel der SVP von der Liste FÜR SCHLANDERS?

Der eine oder die andere könnte sich fragen, warum unsere Liste und die Arbeitnehmer in der SVP nicht gemeinsam versuchen, die Gemeindepolitik sozial und ökologisch auszurichten.

Die Antwort ist einfach: Weil die Arbeitnehmer nicht bereit sind, die SVP zu verlassen,  um endlich ernsthaft und konsequent soziale Gerechtigkeit, Transparenz und den Schutz der “Heimat” zu verfolgen.

Tatsache ist, dass die Arbeitnehmer von den anderen beiden Richtungen ihrer Partei relativ einfach ruhig zu stellen und zu billigen Kompromissen zu bewegen sind. Wenn es ans Eingemachte geht – siehe Steuergerechtigkeit zwischen den Bevölkerungsgruppen, siehe Seilschaften und Vetternwirtschaft, siehe Landschaftsschutz, und und und – dann müssen unsere rosa Cousinen klein beigeben und sich mit dem einen oder anderen Zuckerle begnügen. Das Problem ist, dass vor lauter Kompromissen das soziale Profil in der Verwaltungstätigkeit kaum zum Vorschein kommt.

Zudem fehlt der Arbeitnehmerschaft der SVP die längst überfällige Befreiung aus der ethnischen Zwangsjacke: Es darf kein italienischsprachiger Kandidat auf ihrer Liste antreten, ihre Haltung zur Zweisprachigkeit in der Schule hat sich immer noch nicht aus der Klotz’schen Umarmung gelöst und ihr Heimatbegriff ist weiterhin mehrheitlich volkstumspolitisch-konservativ statt weltoffen-vorwärtsgewandt.

Wir stehen für klare Forderungen im sozialen und ökologischen Bereich. Dass wir das nur könnten, weil wir nicht mehrheitsfähig sind und uns daher radikal geben können, würden wir gerne widerlegen: Wenn die Arbeitnehmer den Mut haben sollten, den Schoß der Sammelpartei (die eh’ schon längst eine liberal-konservative Ausrichtung hat) zu verlassen, können wir gemeinsam eine starke, mehrheitsfähige öko-soziale Alternative auf die Beine stellen, die das Zeug hat, eine ungeahnte Aufbruchstimmung in der Bevölkerung zu erzeugen.

Bis dahin wird die Liste Für Schlanders – Per Silandro alleine geradlinig ihre Ziele verfolgen: Echte soziale Gerechtigkeit und ein harmonisches Zusammenleben mit allen Mitbürgern und der Natur.

Martin Daniel
Bürgermeisterkandidat Für Schlanders – Per Silandro

Tagung zu Integration in Bozen

Am gestrigen Samstag, 20. März fand in Bozen eine hochkarätig besetzte Tagung über Möglichkeiten der Integration statt. Die Südtiroler Grünen hatten Experten aus Deutschland, Österreich und Italien eingeladen, über spezifische Bereiche von gesellschaftlicher Integration zu berichten und mit den Anwesenden zu diskutieren.

So wurde über die Gemeinschaftsgärten in Neugablonz, einem Stadtteil von Kaufbeuren mit hohen Ausländeranteil als Projekt der Verständigung der Kulturen berichtet und über die Transition Town, einer nachhaltigen Ortsentwicklung in Monteveglio in der Emilia Romagna.

Besonders interessant waren die Ausführungen der Leiterin der berüchtigten Rütli-Schule in Berlin-Neukölln, die ob ihrer großen sozialen Probleme bundesweite Aufmerksamkeit erhalten hatte und das Symbol für die Probleme der Ausländerintegration in Deutschland wurde. Im Rahmen eines Projektes wurde diese Problemschule zu einem Vorzeigemodell für gelingende Integration im Rahmen des Bildungswesens.

Die Sozialstadträtin von Bozen, Patrizia Trincanato, präsentierte gemeinsam mit Bürgern “schwieriger” Stadtviertel Modelle sozialer Integration (auch unter Einheimischen) durch diverse kreative Eigeninitiativen (siehe Foto). Der grüne Stadtrat für Integration aus Bregenz stellte schließlich das Integrationskonzept seiner Stadt vor. Bregenz weist einen Ausländeranteil von 18% auf, hat sich unter der schwarz-grünen Koalition der Herausforderung der Integration aktiv gestellt und konnte bisher gute Ergebnisse erzielen.

Für die Liste Für Schlanders – Per Silandro nahm Martin Daniel an der hoch interessanten und professionellen Veranstaltung teil, die von den Printmedien leider völlig unterschlagen wurde.

Heimat – eine Wunschvorstellung

Die vorgestrige Veranstaltung mit Hans Heiss zum Thema Gemeinde und Heimat war ein voller Erfolg:

Vor gut gefülltem Saal erläuterte Hans wie sich ein Südtirol-spezifisches Heimatgefühl erst mit der erfolgreichen Umsetzung und Festigung der Autonomie um die Jahrtausendwende herausbilden konnte. Und sofort muss es sich mit Schüben aus 5 verschiedenen Richtungen konfrontieren:  Die Wirtschaftskrise, die Migration, das Berlusconi-Italien, der bevorstehenden Abtritt des Übervaters Luis und der Niedergang von Mutter Kirche drücken auf das soeben erst geformte Heimatgefühl des Südtirolers. Und lösen Ängste und Abwehrmechanismen aus.

Aber Heimat ist ein dynamischer Begriff, der auf dem Einklang zwischen inneren Wünschen und äußerem Umfeld beruht, der nicht einen Zustand, sondern einen Prozess beschreibt, der nie abgeschlossen sein wird.

Die anschließende Auseinandersetzung mit lokalen Themen zur Heimatgestaltung auf Gemeindeebene war angeregt und eine anregende Motivation für den gemeinsamen politischen Einsatz.

Einen  Bericht über den Abend könnt ihr am Mittwoch im nächsten “Vinschger” lesen. Der vollinhaltliche Vortrag wird in Kürze auf diesem Blog zu finden sein.

Lebensraum Gemeinde: Wie gestalten wir Heimat?

Am kommenden Freitag, 19. März, macht uns Hans Heiss die Freude, mit uns über Heimat und Identität zu diskutieren und uns neue Zugänge zu diesem für Südtirol immer brennenden Thema zu eröffnen.

Alle Interessierte sind herzlichst willkommen im großen Saal des Schupferwirt und zwar um 19:30 Uhr.

Hier die vollständige Einladung in PDF:  Einladung Hans Heiss

Tagung zum sozialen Klima in Südtirol

Unsere Liste beteiligt sich an der Dachkampagne FÜR EIN BESSERES KLIMA IN SÜDTIROL. Am Samstag, 20. März findet in Bozen die erste Veranstaltung zum sozialen Klima (Zusammenleben) statt. Hier das volle Programm:

Flyer Integration – Integrazione

Integration ist machbar!
Esperienze di transition town,
orti interculturali, scuola modello e comuni da imitare.

Doppelstaatsbürgerschaft: Autonomie-Ikone Steiner geht mit SVP hart ins Gericht

DoppelstaatsbürgerschaftZum Vergrößern ANKLICKEN

Doppelte Staatsbürgerschaft: Begrüßenswerter Ansatz, aber unausgereift

Den Brugger-Zeller-Vorschlag zur Einführung doppelten Staatsbürgerschaft für Südtiroler hält Hans Heiss von den Grünen für “einen guten Ansatz und eine durchaus europäische Lösung”, aber auch für problematisch, weil er lediglich für österreichstämmige Südtiroler gelten würde. Dies bringe unweigerlich Konflikte mit sich.

Die SVP-K. Abg. Brugger und Zeller laden nach ihrem Vorstoß zur Doppelstaatsbürgerschaft parteienübergreifend möglichst viele Südtiroler dazu ein, diesen Antrag mit zu unterstützen.
Dazu halten die Grünen fest: Die doppelte Staatsbürgerschaft in Grenzregionen ist ein guter Ansatz und eine durchaus europäische Lösung, um Grenzen durchlässiger zu machen und mit erweiterten Staatsbürgerrechten auch plurale Identitäten zu fördern.
Allerdings ist der Brugger-Zeller-Vorschlag in der vorliegenden Form mehr als problematisch: Er begrenzt die Möglichkeiten zum Erwerb doppelter Staatsbürgerschaft auf jene Südtiroler, deren Vorfahren bereits unter der Habsburgermonarchie die österreichische Staatsbürgerschaft besaßen. Dieses Kriterium würde in Südtirol unweigerlich Konflikte und Auseinandersetzungen herauf beschwören, denn: Weiterlesen ‘Doppelte Staatsbürgerschaft: Begrüßenswerter Ansatz, aber unausgereift’

Kronbichler über die Beinahe-Abschaffung der faschistischen Ortsnamen

Weiterlesen ‘Kronbichler über die Beinahe-Abschaffung der faschistischen Ortsnamen’

Tribus über Zweisprachigkeit in Südtirol

Am Samstag, 5. Dezember 2009 hat Herausgeber Arnold Tribus in der Neuen Südtiroler Tageszeitung einen interessanten Leitartikel zur Zweitsprachbeherrschung in Südtirol verfasst. Anlass war die lang erwartete Neuregelung der Zweisprachigkeitsbescheinigung (Patentino) durch die Sechserkommission.
Nachvollziehbar sind seine Feststellung der mangelnden Entwicklung des Zusammenlebens, das sich größtenteils auf ein Nebeneinander beschränkt sowie die Enttäuschung, die ein Weggefährte Langers angesichts dieses Rückschrittes im Annäherungsprozess der Volksgruppen spüren muss. Es überrascht lediglich, dass ihn die EURAC-Studie über die mickrigen Sprachkenntnisse der Provinzansässigen zu überraschen vermochte. Er war wohl lange nicht mehr in einer Südtiroler Schule… Weiterlesen ‘Tribus über Zweisprachigkeit in Südtirol’

Die Zeit ist reif für gemeinsame Schulen

EURAC Studie bestätigt eindrucksvoll: Trennung der Sprachgruppen belastet den Spracherwerb. Die Zeit ist reif für gemeinsame Schulen.

Studio dell’EURAC conferma: La divisione etnica è un’ipoteca sull’apprendimento delle lingue. I tempi sono maturi per la scuola plurilingue.

Gestern stellten vier kompetente Forscherinnen an der Eurac die Studie zu den Kenntnissen der Zweitsprache an Südtirols Oberschulen vor. Die Ergebnisse bestätigen für uns Grüne in bitterer Weise das, was wir schon seit Jahren predigen. Sie belegen schwarz auf weiß, dass getrennte Schul- und Lebenswelten keine zweisprachigen BürgerInnen hervorbringen.

Quattro brave ricercatrici hanno presentato ieri all’Accademia Europea gli esiti della ricerca sulle conoscenze linguistiche dei ragazzi delle scuole superiori in Alto Adige. I risultati sono una conferma amara di quello che noi Verdi predichiamo da anni. Nero su bianco attestano che mondi scolastici e sociali separati NON formano cittadini/e bilingue. Weiterlesen ‘Die Zeit ist reif für gemeinsame Schulen’

Kronbichler über die Süd-Tiroler Freiheit und ihren Umgang mit dem Proporz

Florian Kronbichler über die zynische Anwendung des ethnischen Proporzes
aus: Corriere dell’Alto Adige, 22.11.2009

Alternatives Gedenken ein voller Erfolg

Gedenkfeier MeranAuch Schlanders war am Andreas-Hofer-Denkmal bei der Verlesung des Pseirer Proklams präsent.

Anscheinend hat die Idee eines ANDERenGEDENKEN der Grünen ein breites Bedürfnis getroffen: Die Medienpräsenz in Passeier und Meran war imposant, die Teilnehmerzahl für unsere Verhältnisse beeindruckend. An die 150 Personen dürften bei der Verlesung des von Hans Heiss verfassten “Pseirer Proklams” am Andreas-Hofer-Denkmal zugehört haben und nachher gemeinsam zum “Bersaglio” mitmarschiert sein.

Auch die Bündnispartner der Ökosozialen Fraktion im Bozner Gemeinderat waren gekommen, um sich dem Friedensschluss anzuschließen. Seltene Reverenz erwies der Bozner Bürgermeister Gigi Spagnolli den Grünen, in dem er ihnen  vorausschauendes und die Zukunft prägendes Denken bescheinigte. Weiterlesen ‘Alternatives Gedenken ein voller Erfolg’


Archiv/Archivio

Weitergeleitet von Christoph S.

Fundamentalismus, ist die Nachtseite des gottlosen Westens, der seit Anbeginn an der unschuldigen Welt Rache nimmt und sie in eine Wüste der Gleichförmigkeit verwandelt. Mit einem Wort: Die fundamentalistische Religion implodiert in der erbärmlichen Leere einer Zivilisation, die ihre heiligsten Werte geopfert hat und zu nichts anderem mehr in der Lage ist, als zur Abtötung der Zeit, zur Spiritualität des Konsums und zur fetischistischen Anbetung von Wachstum und Waren.

Jean Baudrillard


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