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Medienanalyse Gemeinderatswahl 2010

Das Innsbrucker Institut für Medienanalysen “MediaWatch” hat die Gemeinderatswahlen 2010 beobachtet und eine sog. “Medienresonanzanalyse” zur Bürgermeisterwahl erstellt. Unter den 7 südtirolweit analysierten Gemeinden befand sich auch Schlanders.

In nachstehender pdf-Datei findet man jene 4 Seiten, die unsere Gemeinde betreffen.Es waren 3 Tageszeitungen, die sich mit den BM-Kandidaten befassten: Dolomiten, Alto Adige, Tageszeitung.

Résumé der Analyse (S. 37):

Dominante Präsenz von Dieter Pinggera, der über die Hälfte der
Berichterstattung über die Bgm.-Kandidaten der Gemeinde Schlanders
auf sich vereint.

Wie zu erwarten, war die Medienpräsenz der Kandidaten in den Dolomiten am stärksten ungleich verteilt – der siegreiche Kandidat konnte knapp 70% der Berichterstattung für sich verbuchen (S. 38). Ausschließlich die Neue Südtiroler Tageszeitung räumte allen 3 Kandidaten denselben Platz ein und garantierte somit eine gleiche Ausgangsposition. Der Alto Adige schließlich brachte es laut Studie als einziger fertig, dem nicht SVP-Kandidaten eine negative Nennung zu bescheren (S. 39), der Schlanderser Korrespondent l.p. hat dem demokratischen Wettbewerb somit ein bisschen “nachgeholfen”.

Interessant, dass genau dieser als chancenlos eingestufte Kandidat das wichtigste Sachthema vorgegeben hat – Zitat S. 40:

Sachthemen stehen weniger im Vordergrund, das wichtigste Sachthema ist Verkehr (Radwegverbindung Schlanders-Vetzan).

Hier die gesamten Inhalte der Analyse zu Schlanders: gr-wahl-2010-schlanders

Gemeindeblatt erledigt Wahlkampf für die SVP

Mit so einem Aufmacher (ihm folgen 2 Seiten detaillierter Schönfärberei) der mit Gemeindemitteln bezuschussten Rundschau brauchen die Ausschussmitglieder und ihre Partei keine große Kampagne mehr zu führen!

Duell in trauter Zweisamkeit?

Gestern hat der Vinschger der Bürgermeisterwahl im Hauptort 2 Seiten gewidmet und die beiden Kandidaten der SVP zu Wort kommen lassen. Mit keinem Wort wird erwähnt, dass auch wir einen BM-Kandidaten haben. Der Leser muss den Eindruck haben, dass er zwischen diesen beiden wählen kann und basta.

Versucht eine solche Art der Berichterstattung dem im nächsten Artikel beschriebenen Niedergang der Sammelpartei mit aller Macht entgegenzutreten? Wir sind überzeugt, dass dem nicht so ist und zählen darauf, dass in den nächsten Ausgaben des Vinschger auch die übrigen Kandidaten zu Wort kommen werden.

Schluss mit der Verquickung von Partei und Verbänden!

Die Verquickung von Vereinen und Verbänden mit DER Partei hat in Südtirol eine lange Tradition und auch heutzutage ist es in den Köpfen vieler selbstverständlich, dass Vereine und Verbände nicht nur Kandidaten stellen, sondern auch gezielt Wahlempfehlungen für DIE Partei aussprechen. Auch dieses Jahr hat die Unsitte bereits begonnen: Auf der Versammlung der Schlanderser Handwerker wurde der Wunsch ausgesprochen, dass die SVP ihre 14 Räte beibehalte (Siehe Vinschgerwind vom 28. Januar 2010, online unter folgendem LINK zu lesen).

Das betreffende Regionalgesetz besagt, dass mit öffentlichen Geldern geförderte Subjekte, zu denen auch Vereine und Verbände gehören, nicht Partei ergreifen dürfen. Zugleich unterlässt es das Gesetz, Sanktionen für seine Übertretung vorzusehen. Dies nützen die Mehrheitspartei und die in ihrer Umlaufbahn kreisenden Vereins- und Verbandsfunktionäre immer wieder aus, um ihre Interessen über DIE Partei in den politischen Institutionen vertreten zu wissen. Ein solcher Umgang mit dem Gesetz zeugt von einer Geringschätzung der Spielregeln und des Rechtsstaates ebenso wie von einem demokratischen Verständnis, das aus den Zeiten der Alleinherrschaft herrührt und es dem Herrschenden zugesteht, sich nicht an die eigenen Regeln halten zu müssen.

Diese Arroganz der Macht wollen all jene Bürger in Rente schicken, die sich mit viel Aufopferung und Idealismus für andere politische Gruppierungen einsetzen, diese unterstützen und/oder ihnen die Stimme geben.

Wir werden in diesem Wahlkampf besondere Wachsamkeit auf die Einhaltung der Spielregeln legen.

P.S. Ein besonders krasses Beispiel für das geschilderte Selbstverständnis (im Spezifischen das Verhältnis  mit den Vereinen betreffend) liefert uns folgendes Schreiben aus Prad: 2010-2001-svp-vorwahlen-vereinsschreiben – Einfach unglaublich!

Sie wollen Ihr Dolomiten-Abo kündigen? Hier ist der Muster-Kündigungsbrief:

dolomiten-nein-danke2Immer mehr SüdtirolerInnen ärgern sich über die teilweise tendenziöse und offenkundig massiv interessengesteuerte Berichterstattung im Südtiroler Tagblatt „Dolomiten“.

Viele wollen nun das Abonnement kündigen und/oder protestieren gegen die Ausrichtung und die Vorgangsweise des „Tagblatt der Südtiroler“ (Eigendefinition). Dieses BLOG soll jenen eine Stimme geben, die sich nicht mehr von der Athesia-Presse bevormunden lassen wollen. Auf diesem Blog sammeln wir Dolomiten-kritische Beiträge und Kommentare von LeserInnen und anderen Zeitgenossen.

Hier der Link zum Blog “Tschüss Dolo”: http://tschuessdolo.wordpress.com/ Der Blog ist ab sofort unter den ständigen Links der Kategorie “Interessantes” zu finden.


Archiv/Archivio

Weitergeleitet von Christoph S.

Fundamentalismus, ist die Nachtseite des gottlosen Westens, der seit Anbeginn an der unschuldigen Welt Rache nimmt und sie in eine Wüste der Gleichförmigkeit verwandelt. Mit einem Wort: Die fundamentalistische Religion implodiert in der erbärmlichen Leere einer Zivilisation, die ihre heiligsten Werte geopfert hat und zu nichts anderem mehr in der Lage ist, als zur Abtötung der Zeit, zur Spiritualität des Konsums und zur fetischistischen Anbetung von Wachstum und Waren.

Jean Baudrillard


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