Durnwalder will den Landeszentralismus in Energiefragen, der den römischen Stromzentralismus abgelöst hat, den Leuten schmackhaft machen, indem er den Gemeinden eine 20%-ige Beteiligung an der SEL und den Bürgern den Erwerb von Aktien in der selben Höhe in Aussicht stellt.
Aber wie erste Reaktionen der Menschen bezeugen, lassen sie sich nicht so leicht abspeisen. Was nützt die beste Stromautonomie, wenn:
- jenen Gemeinden, die jahrzehntelang ausgebeutet wurden, keine angemessenen Mehrbeteiligungen eingeräumt werden?
- deren Einwohner im Besonderen wie auch die anderen Südtiroler im Allgemeinen keine Vorteile in Form von günstigeren Stromtarifen haben?
Jene Bürger, die sich SEL-Aktien kaufen werden, spüren die Stromkosten kaum oder gar nicht. Und solche, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen und von einer spürbaren Tarifreduzierung (sagen wir 1/3) etwas Luft für ihren Familienhaushalt erhielten, haben nichts auf der hohen Kante, mit dem sie sich SEL-Aktien kaufen könnten, in der Hoffnung in mehreren Jahren vielleicht eine gute Rendite zu erzielen.
Als Fazit bleibt: Der Landeshauptmann will den Stromzentralismus mit einer Sympathieoffensive von der Bevölkerung absegnen lassen, um mit den satten Erlösen den knapper werdenden Landessäckel prall zu halten. Denn wer zahlt, schafft an. Weniger Geld heißt weniger Macht, weniger Verteilungsmöglichkeiten.
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