Mit 'Autonomie' getaggte Einträge

Heimat – eine Wunschvorstellung

Die vorgestrige Veranstaltung mit Hans Heiss zum Thema Gemeinde und Heimat war ein voller Erfolg:

Vor gut gefülltem Saal erläuterte Hans wie sich ein Südtirol-spezifisches Heimatgefühl erst mit der erfolgreichen Umsetzung und Festigung der Autonomie um die Jahrtausendwende herausbilden konnte. Und sofort muss es sich mit Schüben aus 5 verschiedenen Richtungen konfrontieren:  Die Wirtschaftskrise, die Migration, das Berlusconi-Italien, der bevorstehenden Abtritt des Übervaters Luis und der Niedergang von Mutter Kirche drücken auf das soeben erst geformte Heimatgefühl des Südtirolers. Und lösen Ängste und Abwehrmechanismen aus.

Aber Heimat ist ein dynamischer Begriff, der auf dem Einklang zwischen inneren Wünschen und äußerem Umfeld beruht, der nicht einen Zustand, sondern einen Prozess beschreibt, der nie abgeschlossen sein wird.

Die anschließende Auseinandersetzung mit lokalen Themen zur Heimatgestaltung auf Gemeindeebene war angeregt und eine anregende Motivation für den gemeinsamen politischen Einsatz.

Einen  Bericht über den Abend könnt ihr am Mittwoch im nächsten “Vinschger” lesen. Der vollinhaltliche Vortrag wird in Kürze auf diesem Blog zu finden sein.

Georg Mair über die Wirtschaftslastigkeit der Landesregierung

Bundespräsident Fischer räumt Grenzverschiebungen keine Chance ein

In ihrer letzten Ausgabe (48/2009) hat die ff ein ausführliches Interview (“Macht braucht Gewissen”) mit dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer geführt, wobei natürlich auch Südtirol-Themen zur Sprache kamen. Nachstehend einige der aussagekräftigsten Passagen des ersten Bürgers unserer Schutzmacht:

Sie haben bei einem Treffen mehrerer europäischer Staatsoberhäupter in Neapel im vergangenen Sommer Südtirol als positives Beispiel für Europa gelobt. Neuerdings machen jedoch Südtirols Rechtsopposition und der Schützenbund massiv gegen Rom mobil. Das ethnische Klima hat sich so weit verschärft, dass nunmehr sogar der italienische Innenminister vermittelt. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?
Ich habe das Südtirolthema genau zu verfolgen begonnen, als sich Bruno Kreisky, zunächst als Außenminister und dann als Bundeskanzler, mit der Materie auseinandergesetzt hat. Südtirol war damals eine offene Wunde für Österreich. Da ich ein überzeugter Anhänger einer Politik der friedlichen Konfliktlösungen bin, habe ich mit großer Sympathie gesehen, dass es trotz aller Emotionen und vieler Schwierigkeiten letztlich gelungen ist, eine Lösung zu finden – ein Ergebnis, das sowohl in Rom wie in Wien eine breite Mehrheit gefunden hat und bei dem man das Gefühl gehabt hat, dass es die Tiroler südlich und nördlich des Brenners als ein Ergebnis der Vernunft gesehen haben, als eine Perspektive für die Zukunft.

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Neue Finanzierung der Autonomie

Die neue Finanzierung der Südtirol-Autonomie scheint ein gutes Verhandlungsergebnis mit Finanzminister Tremonti und Regionenminister Calderoli zu sein. Die künftigen Einnahmen des Landes werden stark vereinfacht und müssen nicht mehr Jahr für Jahr verhandelt werden.

Südtirol stehen künftig 90% aller im Lande eingehobenen Steuern zu, ohne komplexe Ausgleichszahlungen für ausgefallene Zolleinnahmen auf Importe etc. berechnen zu müssen oder von diversen anderen Variablen abhängig zu sein.

Durch die Übernahme der Finanzierung zusätzlicher Bereiche wie der Post und der lokalen RAI hat das Land (zum gegeben Zeitpunkt) vermieden,  größere Abstriche im Landeshaushalt aufgrund des anstehenden Steuerföderalismus in Kauf nehmen zu müssen. Summa summarum stehen den Einbußen von 700 Mio. Euro zusätzliche Einnahmen in der Höhe von 600 Mio. Euro gegenüber, sodass der Landeshaushalt lediglich 100 Mio. Euro verliert. Weitere 100 Mio. Euro berappt das Land für die neuen Kompetenzen und löst auf diese die Verpflichtung ein, sich an der Sanierung der Staatsfinanzen zu beteiligen. Weiterlesen ‘Neue Finanzierung der Autonomie’


Archiv/Archivio

Weitergeleitet von Christoph S.

Fundamentalismus, ist die Nachtseite des gottlosen Westens, der seit Anbeginn an der unschuldigen Welt Rache nimmt und sie in eine Wüste der Gleichförmigkeit verwandelt. Mit einem Wort: Die fundamentalistische Religion implodiert in der erbärmlichen Leere einer Zivilisation, die ihre heiligsten Werte geopfert hat und zu nichts anderem mehr in der Lage ist, als zur Abtötung der Zeit, zur Spiritualität des Konsums und zur fetischistischen Anbetung von Wachstum und Waren.

Jean Baudrillard


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