Die Abgeordnetenkammer hat heute Nachmittag der “Liberalisierung” verschiedener öffentlicher Dienste zugestimmt, unter welchen die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung der wichtigste ist.
Inakzeptabel ist nicht nur der Inhalt der Maßnahme, sondern auch das Verfahren, wie diese zustande gekommen ist: Zunächst mit “Notverordnung” (auch Gesetzesdekret genannt) geregelt, hat die Regierung nun bei der Umwandlung derselben in ordentliches Staatsgesetz auch noch die Vertrauensfrage gestellt. Damit wurden keine Abänderungsanträge diskutiert und ein komplexes Maßnahmenpaket durchgewunken. Grund für die Vertrauensfrage war, dass selbst die Lega der Privatisierung der Wasserversorgung ablehnend gegenübersteht und die Regierung riskierte, nicht die Mehrheit zu erhalten.
In Insiderkreisen heißt es, diese Teilprivatisierung der Öffentlichen Dienste (auch Abfall, Abwasser, u. a.) sei ein Zugeständnis der Mitte-Rechts-Regierung an den Industriellenverband, angesichts der Unmöglichkeit die versprochenen Steuersenkungen zu gewähren. Der Haushalt ließe nämlich diesbezüglich keinen Spielraum. Unternehmen können nun versuchen mit lebensnotwendigen Dienstleistungen rund um öffentliches Gut Profit zu machen.
Cittadinanzattiva und die Grünen haben bereits angekündigt ein Referendum über dieses Gesetz organisieren zu wollen. Die Verbraucherverbände rechnen mit Preiserhöhungen von 30-40%.
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Die Reaktionen in Südtirol auf Stol
Comunicato Stampa Bonelli (Verdi)
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