Revolutionäre Entscheidung in Bozen: Schrägbahn für alle!

Paukenschlag für den Marmorabtransport: Der Landeshauptmann hat heute höchstpersönlich mitgeteilt, “dass der Marmor aus den Brüchen von Laas und Göflan künftig über die Schrägbahn zu Tal transportiert werden muss.”

Damit ändern sich völlig die Rahmenbedingungen für den Abtransport des Göflaner Marmors, der in den letzten Jahren dank einer Ausnahmegenehmigung des Landeshauptmanns über die Forststraße erfolgte. Wobei diese für das heurige Jahr 2011 sogar noch nicht ausgestellt worden war. Auf eine dahingehende Anfrage von Martin Daniel auf der letzten Gemeinderatssitzung antwortete der Generalsekretär Georg Sagmeister, dass die Verwaltung abgewogen habe zwischen der Nichterfüllung des Vertrages mit dem Bruchbetreiber (dem gegenüber man die Pflicht zum Abtransport übernommen hatte) und einer Fortsetzung der Straßenbenutzung auch ohne Bewilligung seitens des Landeshauptmannes. Dabei habe man sich für Letztere entschlossen, da die Gefahr einer Klage durch den Konzessionär (=Bruchbetreiber) größer und unmittelbarer erschien als eine Sanktion durch das Land.

Nachdem die jahrelangen Verhandlungen zwischen den Fraktionen Göflan und Laas, die jeweils Inhaber der Abbaurechte sind, zu keiner Einigung geführt hatten, hat nun Durnwalder also ein Machtwort gesprochen. Ab dem Moment, in dem die Restaurierung der Schrägbahn abgeschlossen sein wird (die Landesregierung rechnet mit wenigen Wochen), darf nur mehr über diesen Weg der Marmor heruntergebracht werden und der Transport über die Straße wird verboten.

Die Entscheidung kommt nun deswegen überraschend, da zum einen Durnwalder zwar immer versichert hat, dass nur eine gemeinsame Lösung in Frage kommen, zum anderen aber auch den Bau der Umfahrungsstraße von Tafratz forciert und mit 50.000 € bezuschusst hat. Die Umfahrung ist erst soeben fertiggestellt worden und hat der Fraktion Göflan insgesamt 210.000 € gekostet.

Die Laaser machten schon lange Druck auf Göflan, dass auch sie ihren Stein über die Schrägbahn zu Tal bringen. Das Problem dabei sind die hohen Kosten dieses Unterfangens: Die Göflaner erhalten nämlich für den Marmor 60 € pro Kubikmeter und ein Abtransport über die Schrägbahn würde ihnen an die 160 € kosten, wobei dieser Betrag allerdings umstritten ist und je nach Quelle höher oder tiefer angesetzt wird. Diese Erhöhung waren die Göflaner aber bislang nicht bereit hinzunehmen, da ihnen aufgrund der festgesetzten Kubikmetervergütung nichts mehr bleiben würde.

Weitere Auswirkungen kann dieser Beschluss der Landesregierung auch auf den Marmorstandort Schlanders haben. Der Konzessionsvertrag mit der Göflaner Marmor GmbH (=Bruchbetreiber) legt nämlich fest, dass der Betreiber eine Verarbeitungsstätte in Schlanders oder Laas einrichten muss. Wenn nun der Marmor über Laas (oder gar überhaupt nicht mehr) heruntergebracht wird, so wäre die Schlanderser Stätte wohl wieder Frage gestellt, denn der Umweg von Göflan über Laas und wieder zurück nach Schlanders könnte dann doch des Guten zu viel sein.

Es könnte sich als verhängnisvoller Fehler herausstellen, dass sich die vorangehende Verwaltung von Schlanders  mit dem Konzessionsvertrag verpflichtet hat den Abtransport zu garantieren, bevor sie überhaupt über eine Transportmöglichkeit verfügen konnte.

Hier der Link zur vollinhaltlichen Meldung des Landespressamtes:

Marmortransport im Vinschgau: Landesregierung sperrt Forststraßen

Und hier der brandneue Artikel des in 2 Tagen in Druckversion erscheinenden VinschgerWind, der allerdings geflissentlich verschweigt, dass wir das Thema im Gemeinderat aufgeworfen haben:

Schlanders: illegal unterwegs?

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Weitergeleitet von Christoph S.

Fundamentalismus, ist die Nachtseite des gottlosen Westens, der seit Anbeginn an der unschuldigen Welt Rache nimmt und sie in eine Wüste der Gleichförmigkeit verwandelt. Mit einem Wort: Die fundamentalistische Religion implodiert in der erbärmlichen Leere einer Zivilisation, die ihre heiligsten Werte geopfert hat und zu nichts anderem mehr in der Lage ist, als zur Abtötung der Zeit, zur Spiritualität des Konsums und zur fetischistischen Anbetung von Wachstum und Waren.

Jean Baudrillard


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